Aufnahmemodalitäten

Die Fallanfrage kann von jeder MitarbeiterIn der AGFJ telefonisch oder schriftlich entgegen genommen
werden. Sie/er erstellt anhand der Informationen eine Genogrammskizze und trägt die Anfrage in der
Teamsitzung vor.

Das Team ermittelt nach einer hypothetischen Diagnostik die potentiellen Fachkräfte. Eine fallverantwortliche
pädagogische Fachkraft nimmt umgehend den Kontakt zum anfragenden Jugendamt auf und vereinbart
einen Erst- bzw. Kontrakttermin.

Co-Arbeit

Die vielseitigen Leistungen werden von unterschiedlichen Personen erbracht. Die Arbeit in einer Familie
mit zwei oder mehreren Kollegen erfordert eine besondere kollegiale Kompetenz, die wir bewusst fördern.

Die in einem gemeinsam vereinbarten Kontrakt formulierten Aufgaben werden als Gesamtsystem betrachtet,
in “Fachgebiete” eingeteilt und von den beteiligten KollegInnen je nach Bedarf alleine oder gemeinsam
bearbeitet. Die Zusammenführung der Ergebnisse ist notwendig, gleichermaßen muss der Schutz der
unterschiedlichen Settings verbindlich eingehalten werden, damit das notwendige Vertrauen aufgebaut und
erhalten werden kann.

Die Co-Arbeit ist nur effektiv, wenn genügend Zeit für kollegialen Austausch und kollegiale Beratung zur
Verfügung steht. Im Rahmen der Supervision finden intensive Fallbesprechungen statt. Darüber hinaus
tauschen sich die am Fall beteiligten Fachkräfte nach Bedarf in Telefonaten oder in gemeinsamen
Besprechungen aus. Gegebenenfalls werden die KollegInnen des Jugendamtes oder weitere beteiligte
Personen hinzugezogen.

Ablauf

Ablauf

In einem Erst- bzw. Kontraktgespräch mit dem Jugendamt, den Familienmitgliedern und den fallzuständigen
Fachkräften der AGFJ wird der Bedarf der Familie möglichst konkret ermittelt.

Die Hilfeangebote werden aus verwaltungstechnischen Gründen nach wie vor in einzelne Konzepte
mit Zuordnungen nach den §§ 27 ff. des SGB VIII eingruppiert, z.B. SPFH, EBST, § 35a, ISE. Grundsätzlich
werden die konkreten Angebote jedoch nach dem Bedarf der Hilfesuchenden (Familien, Einzelpersonen,
Jugendämter) gestaltet. Sowohl die personelle Besetzung, die methodischen Elemente als auch der
Zeitrahmen werden individuell so ausgeführt, dass sie die erarbeiteten und benannten Ziele optimal
fördern.

Die Angebote finden sowohl aufsuchend als auch in den Räumen der AGFJ statt und werden zeitlich
und inhaltlich nach den Möglichkeiten der betreuten Personen ausgerichtet.

Bedarfsorientierte Hilfen

Für den innerfamiliären Bereich der Alltagsbewältigung

Beratung und Begleitung
zur Sicherung elementarer
Grundversorgung

Wohnung, Finanzen, Ernährung, Bekleidung, Hygiene, gesundheitliche
und medizinische Versorgung, etc.

Beratung und Modellgebung
bei Erziehungsfragen

Schulprobleme, Beziehungsklärung Eltern-Kind,
Spiel- und Förderungsfragen

Beratung und Unterstützung in
familiären Beziehungsfragen

Mesosystem Familie

Beratung und Begleitung
bei Behördengängen

Sozialamt, Arbeitsagentur, Schulen, etc.

Unterstützung und Vermittlung
flankierender Hilfen

Tagesgruppe, Ergotherapie,
Suchtberatungsstelle, etc.

Unterstützung bei der Integration
in das Gemeinwesen

Vereine, Kirche, Volkshochschule, etc

 

- Beratung und Angebote bei Kommunikations- und Kooperationsthemen
- Erarbeitung von Konfliktbewältigungsstrategien
- Unterstützung bei der Gestaltung einer Tagesstruktur
 

 


Für das System bzw. Subsystem

- Familientherapeutische Settings
- Paartherapeutische Settings
- Hypnotherapie
- Traumapädagogische Angebote
- Sozialtherapie
- GruppentherapeutischeAngebote nach gestalttherapeutischen Grundlagen
- Elterncoaching, Elternseminare: “Elterliche Präsenz”
- Trennungs- und Scheidungsberatung / Umgangsregelung /Mediation

 

 

Einzelförderungen und
Entlastungsangebote

- Schulbegleitung
- Arbeitsmotivationshilfen
- Bewerbungstraining
- Soziale Gruppenangebote für Kinder, Frauen und Männer

Familienübergreifende Angebote

- Kinder- und Jugendfreizeiten
- Tagesprogramme mit besonderen Förderschwerpunkten in den Ferien
- Familienfreizeiten
- Jährliches Grillfest
- Weihnachtsfeiern

Für das helfende System

- Clearing
- Familienaktivierende SozialeArbeit (FASA)
- Mediation
- Supervision
- Fallcoaching
- Fort- undWeiterbildung
- Beratung und Begleitung von Pflegefamilien mit besonderem Bedarf

In Zusammenarbeit mit
anderen Institutionen

- Familienorientierte Schülerarbeit
- Ausbildungsförderung
- Integrationshilfen
- Beratung und Unterstützung bei Überschuldung

Zielgruppe

Die Hilfen richten sich an Familien bzw. Teilfamilien, deren Bedarf an intensiver Betreuung,
Beratung und Begleitung festgestellt wurde.

Der Hilfebedarf kann durch die Familie benannt und beim Jugendamt beantragt werden.
Auch andere Institutionen (Schulen, Krankenhäuser, Polizei, etc.) machen auf den Hilfebedarf
aufmerksam.

Die Angebote erreichen aber auch Familien, die zwangsweise durch das Familiengericht
zugewiesen werden.

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